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Gesundheit

Notfall mit Pflegebedürftigen – Checkliste für Angehörige & Pflegepersonal

Lesezeit ca. 15 Minuten

Kurz gesagt

WICHTIGER HINWEIS Diese Checkliste enthält allgemeine Empfehlungen und Tipps. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Jede Notsituation ist einzigartig – Sie müssen vor Ort selbst entscheiden und Ihre Sicherheit eigenverantwortlich einschätzen. Im Zweifelsfall folgen Sie immer den Anweisungen der örtlichen Behörden und Rettungskräfte. Diese Checkliste ersetz

NOTFALL MIT PFLEGEBEDÜRFTIGEN

Checkliste für Angehörige & Pflegepersonal

Pflegebedürftige Menschen haben in Notfällen besondere Bedürfnisse und können sich oft nicht selbst helfen. Diese Checkliste hilft Ihnen, vorbereitet zu sein und im Ernstfall richtig zu handeln. Nutzen Sie b98.eu um bei Krisen aktuelle Informationen über barrierefreie Notunterkünfte, medizinische Versorgung und Unterstützungsangebote zu erhalten.

VOR DEM NOTFALL – Vorsorge & Dokumentation

Medizinische Dokumentation

Medikamentenliste (aktuell, mit Dosierung + Uhrzeiten)
Diagnosen + Vorerkrankungen dokumentieren
Allergien + Unverträglichkeiten (deutlich markiert!)
Patientenverfügung (Kopie wasserdicht verpackt)
Vorsorgevollmacht (Original + Kopie)
Betreuungsverfügung (falls vorhanden)
Pflegegrad-Bescheid (Kopie)
Kontakt Hausarzt + Fachärzte (auf Papier!)

Medikamente & Hilfsmittel (2 Wochen)

Alle Dauermedikamente für 14 Tage vorrätig
Insulin (kühl lagern, Kühlbox für Notfall!)
Herzmedikamente, Blutdrucksenker
Schmerzmittel, Schlafmittel
Inkontinenzmaterial (100 Stück)
Verbandsmaterial, Wundauflagen
Desinfektionsmittel (Hände + Flächen)
Einmalhandschuhe (50 Paar)

Pflegehilfsmittel sichern

Rollstuhl (funktionstüchtig, Ersatzreifen)
Rollator/Gehhilfe
Gehstock/Krücken
Toilettenstuhl (falls benötigt)
Pflegebett-Zubehör (Bettwäsche, Lagerungskissen)
Lifter/Transferhilfe (falls genutzt)
Anti-Dekubitus-Matratze (Stromausfall bedenken!)

Spezielle medizinische Geräte

Sauerstoffgerät (Ersatzflaschen, Notstrom!)
Beatmungsgerät (Batterie-Backup prüfen)
Absauggerät (manuell als Backup)
Insulinpumpe (Batterien, manuelle Alternative)
Dialyse (Notfallplan mit Dialysezentrum)
PEG-Sonde (Sondennahrung für 7 Tage)
Katheter (Ersatz, Spülmaterial)
Notstromaggregat (für lebenserhaltende Geräte!)

Ernährung & Flüssigkeit

Spezialnahrung (Astronautenkost, Andickungsmittel)
Trinknahrung (hochkalorisch, für 7 Tage)
Pürierte Kost (Gläschen, haltbar)
Sondennahrung (bei PEG, für 14 Tage)
Trinkwasser (30 Liter für 7 Tage)
Strohhalme, Trinkbecher mit Schnabel

Persönliche Hygiene

Waschschüssel + Waschlappen
Körperpflegeprodukte (Seife, Shampoo, pH-neutral)
Hautcreme (gegen Dekubitus)
Zahnpflege (Zahnbürste, -pasta oder Prothesenpflege)
Bettschutzeinlagen (wasserdicht)
Müllbeutel (für Inkontinenzmaterial)

Kleidung & Komfort

Bequeme Kleidung (leicht an-/ausziehbar)
Warme Decken (Rollstuhlfahrer kühlen schnell aus)
Rutschfeste Hausschuhe/Socken
Kompressionsstrümpfe (falls benötigt)
Brille (Ersatzbrille!)
Hörgerät (Ersatzbatterien!)

Notfallkontakte & Netzwerk

Liste aller Angehörigen (Name, Telefon, Adresse)
Pflegedienst (Kontaktdaten, Notfallnummer)
Hausarzt + Fachärzte
Apotheke (die Medikamente kennt)
Nachbarn (die im Notfall helfen können)
Betreuer/Bevollmächtigter
Pflegekasse, Krankenkasse

EVAKUIERUNG MIT PFLEGEBEDÜRFTIGEN – Vorbereitung

Transport planen

Rollstuhl: Zusammenklappbar? Passt ins Auto?
Tragetuch/Tragestuhl (für Treppen ohne Aufzug)
Rettungsdienst vorwarnen (bei Bettlägerigkeit)
Nachbarn organisieren (2-3 Personen zum Tragen)
Fahrzeug mit Rampe organisieren (bei Evakuierung)

Notgepäck für Pflegebedürftige

Medikamente (7 Tage in Originaldose)
Medikamentenliste (Kopie, laminiert)
Patientenverfügung + Vorsorgevollmacht
Versichertenkarte, Personalausweis
Inkontinenzmaterial (20 Stück)
Wechselkleidung (2 Garnituren)
Brille, Hörgerät, Gebiss
Persönliche Gegenstände (Foto, vertrauter Gegenstand)

Medizinische Geräte mitnehmen

Sauerstoffgerät (tragbar) + Ersatzflaschen
Blutzuckermessgerät + Teststreifen
Blutdruckmessgerät
Absauggerät (manuell)
Batterien für alle Geräte
Ladekabel + Powerbank

Identifikation & Information

Notfallarmband (Name, Diagnosen, Allergien, Kontakt)
Hinweis auf Patientenverfügung (am Körper)
Liste der Medikamente (wasserdicht in Tasche)
Notiz: "Benötigt besondere Pflege" (sichtbar am Rollstuhl)

WÄHREND DES NOTFALLS – Akutversorgung

Grundversorgung sicherstellen

Medikamente STRIKT nach Plan geben (auch im Chaos!)
Medikamentengabe dokumentieren (Zettel + Stift)
Regelmäßig Flüssigkeit anbieten (Dehydrierung!)
Nahrung anbieten (auch wenn Person ablehnt)
Inkontinenzmaterial regelmäßig wechseln
Lagerung alle 2 Stunden (Dekubitus-Gefahr!)

Bei Stromausfall (lebenserhaltende Geräte!)

Notstromaggregat SOFORT starten
Sauerstoffgerät auf Flasche umstellen
Beatmungsgerät: Batterie-Backup aktivieren
Bei Ausfall: 112 anrufen (Priorität: beatmete Personen!)
Manuelle Beatmung vorbereiten (Ambubeutel)
Insulin kühl halten (Kühlbox, KEIN Gefrierfach!)

Beruhigung & Kommunikation

Ruhig bleiben (Person spürt Ihre Angst!)
Erklären, was passiert (auch bei Demenz!)
Körperkontakt halten (Hand halten, Schulter berühren)
Gewohnte Routine beibehalten (soweit möglich)
Vertraute Gegenstände griffbereit (Foto, Kuscheltier)

Bei Demenz / Verwirrtheit

Nicht diskutieren oder korrigieren
Einfache, klare Sätze verwenden
Ablenkung nutzen (bei Unruhe)
Weglaufgefahr beachten (Tür im Auge behalten!)
Notfallarmband mit Name + Adresse + Kontakt
Bei Evakuierung: NIEMALS aus den Augen lassen!

Gesundheit überwachen

Atmung regelmäßig prüfen
Hautfarbe beobachten (blass, bläulich = Alarm!)
Bewusstseinszustand checken (reagiert auf Ansprache?)
Blutdruck/Blutzucker messen (falls möglich)
Bei Verschlechterung: SOFORT 112!

Wärme & Kälte-Schutz

Bettlägerige/Rollstuhlfahrer kühlen SCHNELL aus!
Warme Decken nutzen (mehrere Schichten)
Mütze aufsetzen (viel Wärmeverlust über Kopf)
Wärmflasche nutzen (nicht zu heiß, Verbrennungsgefahr!)
Bei Hitze: Viel trinken, kühle Tücher, Ventilator

EVAKUIERUNG DURCHFÜHREN – Schritt für Schritt

Gehfähige Person

Gehhilfe/Rollator griffbereit
Person stützen (unter Arm fassen)
Langsam gehen (Sturzgefahr!)
Pausen erlauben (nicht hetzen)
Treppe: Immer zur gesunden Seite stützen

Rollstuhlfahrer

Rollstuhl auf Funktionsfähigkeit prüfen
Person gut fixieren (Gurt anlegen)
Decke über Beine (Kälteschutz)
Treppe: Rückwärts nach unten (kippt nicht nach vorn)
Bei Aufzug-Ausfall: Hilfe holen (2-3 Personen zum Tragen)

Bettlägerige Person

112 anrufen – Rettungsdienst mit Trage
Tragetuch nutzen (falls vorhanden)
Mindestens 2 starke Personen zum Tragen
Kopf stützen, Wirbelsäule gerade halten
NUR im absoluten Notfall selbst tragen!

In Notunterkunft

Pflegebedarf SOFORT bei Ankunft melden
Medikamentenliste vorzeigen
Ruhigen Bereich erfragen (weg von Lärm)
Barrierefreie Toilette lokalisieren
Stromanschluss für Geräte sichern
Pflegepersonal der Unterkunft informieren

SPEZIFISCHE NOTFÄLLE

Diabetischer Notfall

Unterzucker: Traubenzucker/Saft geben
Bewusstlos: KEIN Essen/Trinken, 112 + Seitenlage
Überzucker: Viel Wasser, Insulin nach Plan
Blutzucker regelmäßig messen (alle 2h)
Insulin KÜHL lagern (Stromausfall = Problem!)

Herznotfall

Brustschmerz/Atemnot: SOFORT 112
Oberkörper hoch lagern (halb sitzend)
Nitro-Spray geben (falls verordnet)
Enge Kleidung öffnen
Beruhigen (Panik verschlimmert Situation)
Bei Bewusstlosigkeit: Wiederbelebung!

Schlaganfall-Verdacht

FAST-Test: Face-Arms-Speech-Time
Gesicht: Hängt Mundwinkel?
Arme: Kann beide Arme heben?
Sprache: Verwaschen oder unklar?
Time: SOFORT 112 – jede Minute zählt!
NICHTS zu essen/trinken geben

Sturz (häufigster Notfall!)

NICHT sofort hochziehen (Verletzung?)
Ansprechbar? Schmerzen? Beweglich?
Bei Verdacht auf Bruch: 112, nicht bewegen
Wenn okay: Langsam aufhelfen (über Vierfüßlerstand)
Auch ohne sichtbare Verletzung: Arzt informieren!

Wundliegen (Dekubitus)

Alle 2 Stunden umlagern (auch nachts!)
Druckstellen regelmäßig kontrollieren
Sauber + trocken halten
Bei Rötung: Sofort entlasten
Offene Wunden: Steril abdecken, Arzt!

Verschlucken / Aspiration

Husten fördern (wenn Person husten kann)
Oberkörper nach vorn beugen
Kräftig zwischen Schulterblätter klopfen
Bei Atemnot: Heimlich-Manöver
Bewusstlos: 112 + Wiederbelebung

NACH DEM NOTFALL – Nachsorge

Medikamentenplan wieder aufnehmen (strikt einhalten)
Arzt aufsuchen (auch ohne sichtbare Verletzung)
Gewohnte Routine wiederherstellen (gibt Sicherheit)
Pflegedienst informieren (über Notfall)
Vorräte auffüllen (Medikamente, Inkontinenzmaterial)
Geräte prüfen (Batterie, Funktion)
Notfallplan verbessern (Was lief schlecht?)
Psychische Belastung beachten (bei Person UND Pflegenden!)
Erfahrungen auf b98.eu teilen – helfen Sie anderen Pflegenden!

WICHTIGE TELEFONNUMMERN

Notruf: 112
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Hausarzt: ___________________________
Pflegedienst: ___________________________
Angehörige: ___________________________
Apotheke: ___________________________
Betreuer: ___________________________

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WICHTIGER HINWEIS
Diese Checkliste enthält allgemeine Empfehlungen und Tipps. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Jede Notsituation ist einzigartig – Sie müssen vor Ort selbst entscheiden und Ihre Sicherheit eigenverantwortlich einschätzen. Im Zweifelsfall folgen Sie immer den Anweisungen der örtlichen Behörden und Rettungskräfte. Diese Checkliste ersetzt keine professionelle Beratung.

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